Fab Region Bergisch/FAB Region in Transition
Übersicht
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| Thema | Regionale Transition von Fab Labs hin zu Fab Cities und Fab Regions: Austausch über regionale Herausforderungen und Zukunftsbilder, mit besonderem Fokus auf die Verbindung von Lab, Stadt und ländlichem Raum |
|---|---|
| Format | Workshop im World-Café-Format (co-kreativ, partizipativ) |
| Zielgruppe | Vertreterinnen und Vertreter von Fab Labs, Fab Cities und Fab Regions; idealerweise Personen mit unterschiedlichen Funktionen im Lab (strategisch und operativ) |
| Teilnehmeranzahl | Min. 8–10 – Max. 20 Personen (etwa 4–5 Initiativen) |
| Zeitrahmen | ca. 2 Stunden |
| Voraussetzungen | Keine Vorkenntnisse nötig; wünschenswert ist eine Beteiligung von Personen mit verschiedenen Rollen (strategisch und operativ) innerhalb der jeweiligen Initiative |
| Tags | Fab City, Fab Region, regionale Kreislaufwirtschaft, World Café, partizipatives Design, ländlicher Raum, regionale Entwicklung, Vernetzung, Transition, SDG 11, SDG 17, R2 Rethink, FabCity Manifest |
Kurzbeschreibung
[edit | edit source]Fab Region in Transition ist ein Workshop im World-Café-Format, der den Übergang von einzelnen Fab Labs hin zu regional wirksamen Fab Cities und Fab Regions in den Blick nimmt. Im Zentrum steht der Austausch mehrerer Initiativen über ihre je eigenen regionalen Herausforderungen, von urbanen Kontexten wie Hamburg bis zu ländlich geprägten Räumen wie dem Saarland. Anhand konkreter Fallbeispiele diskutieren die Teilnehmenden, wie sich aus einem Lab heraus eine tragfähige regionale Struktur gestalten lässt. Als Teil der Fab Region stärkt das Format die heterogene Repräsentation unterschiedlicher Standorte und macht das Prinzip des Teilens von Erfahrungen erlebbar: Man lernt voneinander, statt Lösungen isoliert zu entwickeln. Für die regionale Kreislaufwirtschaft ist der Workshop gerade deshalb bedeutsam, weil er die oft unterrepräsentierten ländlichen Räume einbezieht und partizipativ danach fragt, welche lokalen Akteure eine nachhaltige regionale Entwicklung tragen können.
FAB-Kriterien
[edit | edit source]- Multidisziplinäre Lerninhalte: Fab Cities und Fab Labs sind ihrer Natur nach interdisziplinär; die präsentierten Inhalte verbinden Perspektiven aus Design, Regionalentwicklung und Nachhaltigkeit
- Bezug zu lokalen Herausforderungen: Der Workshop adressiert gezielt die spezifischen Herausforderungen der beteiligten Standorte, insbesondere die bislang unterrepräsentierten ländlichen Räume
- Ermöglichung kollaborativen Lernens: Verschiedene Fab Cities und Fab Regions kommen zusammen und erarbeiten gemeinsam Antworten auf ihre regionalen Fragestellungen
- Entwicklung neuer Fertigkeiten: Teilnehmende entwickeln eine strategische Denkweise dafür, wie sie mit ihrer Stadt oder Region arbeiten können, im Sinne von Design als Service, Strategie und Konzept
- Beitrag zur Veränderung von Denkweisen und/oder sozialen Praktiken: Das Format regt dazu an, den eigenen Ort als Teil eines größeren Netzwerks zu denken und daraus konkrete Handlungsschritte (Call to Action) abzuleiten
- Aufbau von Netzwerken: Am Ende verknüpfen sich die beteiligten Initiativen dauerhaft miteinander, etwa über gemeinsame Kommunikationskanäle für den weiteren Austausch
Relevanz/Motivation
[edit | edit source]Fab Labs entfalten regionale Wirkung erst dann, wenn sie über die eigene Werkstatt hinausdenken und Stadt sowie ländlichen Raum aktiv einbeziehen. Gerade ländliche Regionen sind in der Fab-Bewegung bislang unterrepräsentiert. Fab Regional Transition setzt hier an: Der Workshop schafft einen neutralen Raum, in dem Initiativen ihre regionalen Herausforderungen teilen, relevante lokale Akteure identifizieren und strategisch überlegen, wie aus einem Lab eine tragfähige Fab City oder Fab Region wachsen kann. So entsteht die Grundlage für eine größere, gemeinsam getragene Community.
Lernziele
[edit | edit source]Lernziele auf der Sachebene
[edit | edit source]Der Workshop vermittelt weniger klassisches Fachwissen als vielmehr ein geteiltes Verständnis der Konzepte hinter Fab City und Fab Region. Teilnehmende setzen sich mit partizipativem Design als Zugang zur regionalen Entwicklung auseinander und lernen die unterschiedlichen Ausgangslagen urbaner und ländlicher Standorte kennen. Im Vordergrund steht der Austausch von Erfahrungen zwischen den Initiativen, aus dem heraus ein gemeinsames Bild regionaler Transformation entsteht.
Lernziele hinsichtlich Methodenkompetenz
[edit | edit source]Teilnehmende erleben das World Café als kollaborative Methode, um in kurzer Zeit Perspektiven zu bündeln und gemeinsam zu erarbeiten. Sie üben sich in partizipativem Design und kooperativem Arbeiten und lernen, einen ko-kreativen Prozess zu gestalten, in dem sie ihre eigene Fab City oder Fab Region entwerfen. Die Arbeit entlang von drei Leitfragen (Motivation, Ziele, Aktivitäten) gibt ihnen eine übertragbare Struktur an die Hand.
Lernziele hinsichtlich Sozialkompetenz
[edit | edit source]Im Zentrum steht die gemeinsame Reflexion. Teilnehmende entwickeln Empathie für die Situation anderer Standorte und schärfen die Sensibilisierung für ihren eigenen Kontext, etwa im Hinblick darauf, welche Akteure sie künftig ansprechen können. Der Austausch schafft Verbindungen, die über den Workshop hinaustragen, und eröffnet Raum für eine soziale wie politische Diskussion, in der auch Themen wie regionale und politische Resilienz Platz finden.
Lernziele auf der Nachhaltigkeitsebene
[edit | edit source]Teilnehmende verankern die Ziele der Fab City als Rahmen für nachhaltiges regionales Handeln. Ein Schwerpunkt liegt darauf, die strategisch relevanten Akteure für nachhaltige Aktionen in der eigenen Stadt oder Region zu identifizieren, weniger auf konkreten Materialkreisläufen oder Reparatur.
Adressierte R-Strategie: R2 Rethink
Adressierte SDGs: 11 Sustainable Cities and Communities, 17 Partnerships for the Goals
Materialien & Ausstattung
[edit | edit source]Verbrauchsmaterialien
[edit | edit source]- Pappe (zum Festhalten und Sammeln der Ideen)
- Stifte
Vermittlungsmaterialien
[edit | edit source]- Präsentationsfolien der beteiligten Städte und Regionen (je Standort ein kurzer Input zum eigenen Fallbeispiel)
Methodik und Didaktik
[edit | edit source]Den methodischen Kern bildet das World Café als kollaboratives, co-kreatives Format. Die Teilnehmenden arbeiten an wechselnden Tischen, tauschen sich in mehreren Runden aus und bündeln ihre Perspektiven, bevor die Ergebnisse im Plenum zusammengeführt werden. Strukturiert wird dieser Prozess durch drei Leitfragen zu Motivation, Zielen und Aktivitäten, die den Gruppen als roter Faden dienen und eine gewisse Anleitung geben, ohne den offenen Charakter des Formats einzuschränken. Getragen wird der Workshop von den Prinzipien des partizipativen Designs und der Kooperation: Die Teilnehmenden gestalten nicht nur mit, sondern entwerfen im Austausch miteinander ihre eigene Vorstellung einer Fab City oder Fab Region. Die abschließende Präsentation der Gruppenergebnisse dient zugleich als Reflexions- und Feedback-Moment.
Ablauf
[edit | edit source]Phase 1 – Einführung (ca. 10 min Eröffnung)
[edit | edit source]Begrüßung und Einordnung des Workshops. Kurze Erläuterung der Grundlagen zu Nachhaltigkeit sowie zu Fab Cities und Fab Regions.
Phase 2 – Vorstellung der Fallbeispiele (ca. 40 Min.)
[edit | edit source]Die drei beteiligten Standorte stellen sich anhand ihrer Fallbeispiele vor, etwa die Region Saarland (ländlich geprägt), die Stadt Hamburg (urban) sowie der ausrichtende Standort. So werden die unterschiedlichen regionalen Ausgangslagen sichtbar.
Phase 3 – World Café an wechselnden Tischen (ca. 40 Min. je Runde)
[edit | edit source]Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen an mehreren Tischen und wechseln zwischen den Runden. Als roter Faden dienen drei Leitfragen: Was ist die Motivation, eine Fab Region oder Fab City zu starten? Was sind die fünf wichtigsten Ziele? Welche Aktivitäten braucht es, um diese Ziele zu erreichen?
Phase 4 – Präsentation der Ergebnisse (ca. 30 Min.)
[edit | edit source]Die Gruppen führen ihre Ergebnisse im Plenum zusammen und stellen ihre erarbeiteten Motivationen, Ziele und Aktivitäten vor.
Phase 5 – Abschluss und Verstetigung
[edit | edit source]Verständigung darüber, wie der Kontakt langfristig gehalten werden kann, etwa über eine gemeinsame Kommunikation per WhatsApp-Gruppe, E-Mail oder SharePoint, sowie die Einladung, sich an weiteren Aktivitäten zu beteiligen.
Evaluation
[edit | edit source]Bislang wurde kein strukturiertes oder schriftliches Feedback erhoben. Die Rückmeldungen erfolgten mündlich und fielen insgesamt positiv aus: Die Teilnehmenden haben den Rahmen der Fab City nach eigener Aussage besser verstanden. Als besonders gelungen wurden die Interaktion zwischen den Initiativen, die Vorstellung der ländlichen Räume und die Möglichkeit zum offenen Austausch wahrgenommen. Für künftige Durchführungen ist vorgesehen, das Feedback systematischer einzuholen, etwa im Nachgang über die gemeinsamen Kommunikationskanäle, um den Kontakt zwischen den Beteiligten dauerhaft zu halten.
Erfahrungen/Learnings
[edit | edit source]Was gut funktioniert hat
[edit | edit source]- Die Interaktion und der offene Austausch zwischen den Initiativen
- Die Vorstellung der ländlichen Räume, die als besonders interessant wahrgenommen wurde
- Die drei Leitfragen gaben dem Prozess Orientierung und halfen den Teilnehmenden, ins Arbeiten zu kommen
- Die Teilnehmenden verstanden den Rahmen der Fab City im Ergebnis besser
Herausforderungen
[edit | edit source]- Das räumliche Setup war chaotisch, da parallel weitere Workshops stattfanden. Nötig ist ein ruhiger Raum mit passender Anordnung für die Tische
- Die Gruppen brauchten etwas Anleitung und Begleitung, um in den Austausch zu kommen; die Leitfragen waren hierfür hilfreich
- Beim nächsten Mal sollte das Feedback systematisch eingeholt und der Kontakt (z.B. über eine WhatsApp-Gruppe) verlässlich verstetigt werden
Relevanz und gesellschaftliche Wirkung – Meta Ebene
[edit | edit source]Auf gesellschaftlicher Ebene zielt Fab Regional Transition darauf, die Zusammenarbeit zwischen Fab Cities und Fab Regions über den einzelnen Standort hinaus zu stärken. Indem der Workshop den ländlichen Raum und partizipative Prozesse bewusst in die Betrachtung von Stadt und Region einbezieht, trägt er dazu bei, bislang unterrepräsentierte Perspektiven sichtbar zu machen und gemeinsame Handlungsansätze für regionale Herausforderungen zu entwickeln. Für die ausrichtenden Initiativen entsteht so ein Werkzeug des Teilens: Erfahrungen werden ausgetauscht und in dauerhafte Zusammenarbeit überführt. Im besten Fall wird der Workshop zum Ausgangspunkt einer konkreten Entwicklung, etwa wenn sich ein Fab Lab in der Folge entscheidet, den Weg zu einer Fab City einzuschlagen.
Kontaktdaten
[edit | edit source]Innovationsort/Organisation: Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) gGmbH; Bergische Gesellschaft mbH
Ansprechpersonen:
Adriana Cabrera, adriana.cabrera-galindez@cscp.org
Sven Lucas Erhard, erhard@bergische-gesellschaft.de
| Authors | Fab Region BS3, Adriana Cabrera |
|---|---|
| License | CC-BY-SA-4.0 |
| Organizations | Fab City Network |
| Cite as | "Fab Region Bergisch/FAB Region in Transition". Appropedia. 2026. Retrieved Oktober 21, 2026. |