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Fab Region Bergisch/Akademie und Klinikum zum Mitnehmen

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The Bergisches Städtedreieck consists of the cities Wuppertal, Solingen, and Remscheid, located in the Bergisches Land region of western Germany, between Cologne, Düsseldorf, and the Ruhr area. Together, the region has around 600,000 inhabitants and is a traditional center of industry, innovation, and sustainability.

Übersicht

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Thema Ausbau, Mitnahme und Reuse gebrauchter Möbelstücke und Bauteile aus einem kommunalen Klinikgebäude im Rückbau
Format Mitnahmeaktion als öffentliches, zeitlich begrenztes Reuse-Event; kombiniert gezielte Ansprache von Vereinen und öffentlichen Einrichtungen
Stakeholder Federführung und Organisation: Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen (SEG)  

Gebäudeeigentümer und zentraler Kooperationspartner: Städtisches Klinikum Solingen Wissenschaftliche Begleitung: Wuppertal Institut und Institut für Arbeit und Technik (IAT)

Eingebettet in die FAB.Region Bergisches Städtedreieck, unterstützt durch die Stadt Solingen.  

Abnehmende: Vereine, gemeinnützige und soziale Einrichtungen, Schulen, zivilgesellschaftliche Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürger

Zeitrahmen   Zwei Aktionen zwischen Oktober 2025 und Januar 2026: 10.–11. Oktober 2025 (Klinikum zum Mitnehmen) und 14. Januar 2026 (Akademie zum Mitnehmen). Das Format ist grundsätzlich bei jedem Rückbauvorhaben wiederholbar
Verortung Städtisches Klinikum Solingen, Bettenhaus G (mehrgeschossiges ehemaliges Stationsgebäude, ca. 10.000 m²), Solingen, Bergisches Städtedreieck
Voraussetzungen   Frei werdende Räumlichkeiten mit nutzbaren Möbeln und Bauteilen im Rückbau; Kooperation und Freigabe der Gegenstände durch den Gebäudeeigentümer samt Betreuung vor Ort; Sicherheitskonzept sowie geklärte Rechts- und Versicherungsfragen und gesicherte Zugangs- und Transportwege; frühzeitige Kommunikatio

Kurzbeschreibung

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Das Pilotprojekt “Klinikum und Akademie zum Mitnehmen” nutzt den Rückbau des Städtischen Klinikums Solingen, um ein praxisnahes Mitnahmeformat für gebrauchte Möbel und Bauteile zu erproben. Als das mehrgeschossige Bettenhaus G geräumt und die Akademie verlagert wurde, ging ein Großteil der freiwerdenden Einrichtungsgegenstände nicht in die Verschrottung, sondern an Vereine, soziale Einrichtungen und Bürgerinnen und Bürger. Innerhalb der FAB.Region Bergisches Städtedreieck zeigt das Projekt, wie sich Reuse und Urban Mining unter realen Betriebsbedingungen in kommunale Rückbauprozesse integrieren lassen, ohne den laufenden Klinikbetrieb zu stören. Das Innovative liegt weniger in der Technik als in der bewussten Einfachheit des Ansatzes, der auf eine aufwendige digitale Inventarisierung verzichtet und auf ein zeitlich begrenztes, öffentlich zugängliches Event mit Vor-Ort-Betreuung setzt. Getragen wird die Umsetzung von der Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen und dem Städtischen Klinikum als Eigentümer, wissenschaftlich begleitet vom Wuppertal Institut und dem Institut für Arbeit und Technik.

Relevanz/Motivation

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Beim Abriss von Gebäuden werden Möbel und Bauteile noch viel zu selbstverständlich verschrottet, womit auch die darin gebundene graue Energie unwiederbringlich verloren geht. Gerade bei öffentlichen Gebäuden fehlt für solche Fälle ein etablierter Prozess. Das Projekt rettet einen Großteil dieser Gegenstände vor der Entsorgung und macht sie über einen niedrigschwelligen Zugang für Vereine, Einrichtungen und Bürgerschaft nutzbar, die so auf einen Bestand statt auf teure Neubeschaffung zurückgreifen können.

Impactziele – Förderung von Nachhaltigkeit & Zirkularität

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Impactziel 1 – Individuelle Ebene:  

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  • Niedrigschwelliger Zugang zu Ressourcen für Vereine, Einrichtungen und Bürgerschaft
  • Sichtbarmachung von Reuse als selbstverständliche Handlungsoption
  • Anstoß, das eigene Beschaffungs- und Wegwerfverhalten zu hinterfragen

Impactziel 2 – Strukturelle/regionale Ebene

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  • Wiederverwendung von über 1.200 Gegenständen statt Verschrottung
  • Reduktion von Ressourcenverbrauch, Abfall und CO2-Emissionen
  • Aufbau lokaler Reuse-Strukturen und eines wiederholbaren Standardprozesses am Klinikum

Impactziel 3 – Gesamtgesellschaftliche Ebene

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  • Übertragbarkeit des Modells auf weitere kommunale Rückbauprojekte
  • Neue Kooperationsmodelle zwischen Kommune, Forschung und Zivilgesellschaft
  • Hohe mediale Sichtbarkeit als Leuchtturm für Urban Mining

Vorgehen / Projektphasen:  

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Phase 1: Vorbereitung

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Für die erste Aktion standen am Ende rund zwei Monate Vorlauf zur Verfügung, für die zweite durch die Weihnachtsferien effektiv nur etwa vier Wochen. Den größten Aufwand bildete ein umfangreiches Stakeholder-Mapping, das nötig war, weil die Projektleitung neu in der Region war und kaum auf bestehende Kontakte zurückgreifen konnte. In zahlreichen Gesprächen mit erfahrenen Personen aus der Verwaltung entstand schrittweise eine lange Liste aus Multiplikatoren, Verteilern, Newslettern und Vereinen, die anschließend systematisch angeschrieben wurden. Bewusst wurde bei der ersten Aktion auf eine digitale Inventarisierung verzichtet, da sich der Bestand im Gebäude täglich änderte und eine Inventarisierung einen unverhältnismäßig hohen Personaleinsatz erfordert hätte. Stattdessen verschafften einige wenige Begehungen einen groben Überblick darüber, was wo zu finden war. Hinzu kamen Abstimmungen mit dem Klinikum zu Sicherheit, Zugang und Haftung sowie die offizielle Freigabe der mitnehmbaren Gegenstände.

Phase 2: Umsetzung

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Klinikum zum Mitnehmen, Stühle werden mitgenommen; Quelle: FAB Region Bergisches Städtedreieck, Sven Lucas Erhard

Das Projekt sprach gezielt Vereine, soziale und öffentliche Einrichtungen an und öffnete die Aktion zugleich für die breite Bürgerschaft. Vorab erhielten Organisationen teils Besichtigungstermine, die eigentliche Mitnahme fand als zeitlich begrenzte Aktion statt, im Oktober über zwei Tage, im Januar an einem Tag. Transport, Ausbau und Werkzeug lagen bei den Abnehmenden selbst, die sich vor Ort auch gegenseitig aushalfen. Das Klinikum hielt den organisatorischen Rahmen, stellte Betreuung sowie einige Rollbretter bereit und kennzeichnete nicht mitnehmbare Gegenstände. Als kritischer Erfolgsfaktor erwies sich die durchgehende Präsenz der Projektleitung als Springer im Haus, die für Rückfragen ansprechbar war, mit der Security kommunizierte und Abnehmende gezielt zu passenden Räumen lotste. Insgesamt nahmen über 150 abnehmende Parteien teil, also einzelne Vereine, Einrichtungen oder Haushalte, denen jeweils eine fortlaufende Registriernummer zugeteilt wurde. Über beide Aktionen hinweg konnten so mehr als 1.200 Gegenstände, von Türen und Schränken über Tische und Stühle bis hin zu Regalen und Einbauten, vor der Verschrottung bewahrt und weitergegeben werden.

Phase 3: Evaluation

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Erfolgsindikatoren wurden vorab nicht förmlich festgelegt, ergaben sich rückblickend aber aus der Menge der mitgenommenen Stücke, den daraus abgeleiteten CO2-Einsparungen, der hohen Nachfrage und der guten medialen Berichterstattung. Zur Dokumentation hingen im Gebäude QR-Codes aus, über die Abnehmende erfassen sollten, welche Gegenstände sie mitnahmen. Diese Erfassung lieferte die Datengrundlage für die spätere wissenschaftliche Auswertung, insbesondere für die Bestimmung der eingesparten Materialien und Emissionen. Ergänzend wurden beim Verlassen des Gebäudes Notizen und Fotos angefertigt. In der Praxis funktionierte dieser Weg allerdings nur eingeschränkt, da sich Einträge und Fotos im Nachhinein schwer den genauen Materialarten zuordnen ließen, sodass vieles nachrecherchiert werden musste. Die vertiefte wissenschaftliche Auswertung liegt beim Wuppertal Institut und dauert an.

Materialien, Ausstattung, Anschaffungen

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Werkzeuge/Maschinen

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  • Vom Projekt selbst kaum Werkzeug gestellt, vor Ort lediglich einzelne Schraubenzieher und Kleinwerkzeug als Reserve für Rückfragen
  • Vom Klinikum bereitgestellte Rollbretter für den Transport schwerer Gegenstände
  • Werkzeug für Ausbau und Demontage, etwa Akkuschrauber, von den Abnehmenden selbst mitgebracht, teils gegenseitiges Aushelfen vor Ort

Verbrauchsmaterialien

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  • Klebezettel und Markierungen zur Kennzeichnung nicht mitnehmbarer Gegenstände
  • Ausgedruckte QR-Code-Aushänge zur Erfassung der mitgenommenen Stücke
  • Fortlaufende Registriernummern für die abnehmenden Parteien

Lernformate in diesem Pilotprojekt

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In den beiden bisherigen Aktionen wurden keine eigenen Lernformate integriert. Möglich ist jedoch eine Verknüpfung für künftige Durchgänge: Gegenstände, die erfahrungsgemäß schwer abzugeben sind, könnten gezielt für einen anschließenden Upcycling-Workshop genutzt werden. Damit ließe sich aus nicht mitgenommenem Material ein praktisches Lernangebot schaffen, das die Mitnahmeaktion sinnvoll ergänzt. Voraussetzung dafür ist, dass beide Bausteine von vornherein zusammen gedacht und geplant werden.

Erfahrungswerte/Learnings

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Was gut funktioniert hat

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Klinikum zum Mitnehmen, WDR-Kamerateam; Quelle: FAB Bergisches Städtedreieck, Sven Lucas Erhard
  • Ein pragmatisches, flexibles Vorgehen erwies sich als tragfähiger als ein perfektionistischer Anspruch, gerade weil sich die Bedingungen im Gebäude täglich änderten
  • Der bewusste Verzicht auf eine vollständige Inventarisierung verhinderte, dass sich das Projekt in nicht leistbarem Aufwand verzettelte
  • Die durchgehende Präsenz einer Ansprechperson als Springer im Haus löste Rückfragen direkt und lotste Abnehmende gezielt zu passenden Räumen
  • Die Aktion stieß auf große Nachfrage und viel Lob, sowohl bei Bürgerinnen und Bürgern als auch bei Vereinen und Verwaltung
  • Aus der ersten Aktion gelernte Abläufe machten die zweite Aktion spürbar schlanker
  • Die mediale Berichterstattung fiel durchweg positiv aus

Welche Herausforderungen es gab

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  • Der zeitliche Vorlauf war knapp, mehr Zeit im Vorfeld hätte den Prozess deutlich entspannt
  • Fehlendes Vorwissen zu einem solchen Format zwang dazu, sich vieles selbst anzueignen; Beispielprojekte halfen nur bedingt, da die Ausgangslagen sehr unterschiedlich sind
  • Die Abstimmung mit dem Klinikum war anspruchsvoll, da mehrere Beteiligte mitsprachen und sich Vorgaben kurzfristig änderten
  • Sicherheits- und Haftungsfragen sowie der freie Publikumsverkehr im Gebäude erforderten hohen Koordinations- und Kommunikationsaufwand
  • Die Erfassung über QR-Codes, Notizen und Fotos funktionierte nur eingeschränkt, sodass Materialarten im Nachhinein aufwendig nachrecherchiert werden mussten
Klinikum zum Mitnehmen, Warteschlange; Quelle: FAB Bergisches Städtedreieck, Sven Lucas Erhard

Ergebnisse der Auswertung/Evaluation

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  • Über beide Aktionen hinweg wurden mehr als 1.200 Gegenstände weitergegeben, mit über 150 teilnehmenden Vereinen, Einrichtungen und Haushalten
  • Die hohe Abnahme durch soziale Einrichtungen, Schulen und Vereine sowie das starke öffentliche Interesse bestätigen den Bedarf
  • Die vertiefte Auswertung zu eingesparten Materialien und CO2-Emissionen durch das Wuppertal Institut dauert noch an

Kontaktdaten

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Innovationsort / Organisation: Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen GmbH & Co. KG, Walter-Scheel-Platz 1, 42651 Solingen

Ansprechperson: Dr. Maximilian Hoor, hoor@seg-solingen.de

Page data
Keywords Reuse, Wiederverwendung, Urban Mining, Circular Economy, Ressourcenschonung, kommunaler Rückbau, graue Energie, gesellschaftliche Teilhabe, Prototyping, R2 Rethink, R4 Reuse, SDG 11, SDG 12, SDG 13, FabCity Manifest
SDG SDG11 Sustainable cities and communities
Authors Dr. Maximilian Hoor, Niklas Bohle
License CC-BY-SA-4.0
Organizations Fab City Network
Language Deutsch (de)
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Created Juli 30, 2026 by Fab Region BS3
Last edit Juli 30, 2026 by StandardWikitext bot
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